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Workshop – So führst du einen Serverumzug durch

Serverumzüge sind ein Thema, welches die WordPress seit jeher beschäftigt und in Foren kommt die Frage, wie man diesen durchführt, nahezu täglich auf. In diesem Beitrag möchte ich dir erklären, wie du einen Serverumzug selbst bewältigen kannst.

Im Grunde ist ein Serverumzug kein Hexenwerk und selbst Anfänger bekommen es hin, eine Installation von A nach B zu übertragen. Dennoch gibt es natürlich einige Punkte, die beachtet werden müssen. Um den Serverumzug so einfach wie möglich zu gestalten, habe ich versucht, die einzelnen Schritte so einfach und ausführlich wie möglich zu beschreiben.

Schritt 1: Daten von FTP-Server übertragen

Um die Daten auf einen anderen FTP-Server zu übertragen empfiehlt es sich, die Dateien zunächst lokal zwischenzuspeichern. Öffne hierzu dein FTP-Programm (Filezilla, Cyberduck) und wähle den Ordner aus, in welchem deine WordPress-Installation liegt. Wähle alle Ordner und Dateien aus und sichere sie am besten in einem Ordner auf deinem Desktop.

Auf Mac OS X Systemen werden Dateien mit einem Punkt nicht im Finder angezeigt. Kopiere die Datei auf deinem Server und entferne den Punkt zu Beginn. Beispiel .htaccess

serverumzug-wordpress-verzeichnisVerbinde dich, sobald der Datei-Transfer abgeschlossen ist mit deinem neuen Server. Sollte deine Domain noch nicht auf den neuen Server verweisen, kann dein Hoster dir sicher für diesen Zeitraum eine alternative Subdomain zur Verfügung stellen. Je nach Hoster musst du nun ein spezielles Verzeichnis anlegen, auf welches du in deinen Webhosting-Settings verweisen musst. Alternativ wirst du dich in einen Root-Ordner verbinden können. Hier musst du nun – je nach Einstellung – alle Dateien und Ordner von deinem alten Server entweder in das Root-Verzeichnis oder in den Ordner legen, auf welchen deine Domain verweist. Als Faustregel gilt hier: Der Ordner, in welchem deine wp-config.php und die index.php liegen, ist dein Root-Ordner. Auch beim Domainverweis und der Ordnerzuweisung kann dir am besten dein Webhoster helfen.

Schritt 2: Dateirechte prüfen

WordPress an sich ist ein extrem sicheres System, welches kaum erfolgreiche Hacking-Angriffe verzeichnen kann, die auf die Programmierung zurückzuführen sind. Ein mögliches Sicherheitsrisiko sind natürlich schwache Admin-Passwörter. Das deutlich größere Risiko, um gehackt zu werden sind falsch gesetzte Dateirechte. Prüfe dementsprechend, ob die Dateirechte richtig gesetzt sind.serverumzug-dateirechte

Wenn du mehr über Dateirechte und die Sicherheit in WordPress herausfinden möchtest, findest du eine ausführliche Definition im WordPress Codex.

Schritt 3: MySQL-Datenbank exportieren

In diesem Schritt zeige ich dir, wie du deine MySQL-Datenbank kopierst. Öffne hierzu die Verwaltungsoberfläche phpMyAdmin über dein Webhosting-Panel und wähle die Datenbank aus, auf welcher du WordPress installiert hast. Wenn du nun im Hauptfenster die Tabellen der Datenbank sehen kannst, wechsle in den Tab „Exportieren“.

serverumzug-datenbank-exportieren

Hier hast du nun die Möglichkeit zwischen „Schnell“ und „Angepasst“ zu wählen. Wenn du dich gut mit Datenbanken und der dahintersteckenden Programmierung auskennst, kannst du gerne den Punkt „Angepasst“ auswählen. Für den Großteil aller Installationen reicht aber auch die Option „Schnell“.

Für den Fall, dass du nun von einer lokalen Installation auf einen Webspace umziehen möchtest, musst du nun die Domain in der Datenbank anpassen. Ich nutze hierzu meinen Texteditor Sublime Text. Hier suche ich nach der gesamten URL und klicke auf „Find All“. Anschließend werden alle URLs beim einfügen der neuen Domain ersetzt.

Ebenfalls müssen auch die absoluten Pfade der Dateien angepasst werden. Hier kannst du ebenfalls mit deinem Texteditor vorgehen.

Wer für die Anpassung lieber ein WordPress-Plugin nutzt, dem empfehle ich WP Migrate DB. Hier können sowohl Domain als auch absoluter Pfad der neuen und alten WordPress-Installation eingetragen werden. Mit einem Klick auf „Migrate DB“ wird anschließend die angepasste .sql-Datei ausgegeben. WPTavern bietet hierzu einen ausführlichen Test an.

Schritt 4: MySQL-Datenbank importieren

serverumzug-datenbank-importieren

Erstelle nun auf deinem neuen Webspace eine Datenbank und logge dich in die Verwaltungsoberfläche phpMyAdmin ein. Wahle deine Datenbank aus und klicke auf „Importieren“. Wähle die zuvor exportierte Datei aus und importiere die Tabellen mit einem Klick auf „OK“.

Schritt 5: Anpassen der wp-config.php

Wenn du die ersten drei Schritte durchgeführt hast, hast du nun deine Grundinstallation erfolgreich umgezogen. Jetzt muss die File-Ebene aber noch mit der Datenbank verbunden werden.

Öffne hierzu die Datei wp-config.php von deinem neuen Server. Zur Verbindung mit der Datenbank musst du die folgenden Punkte anpassen:

define('DB_NAME','datenbank');
define('DB_USER','benutzername');
define('DB_PASSWORD','passwort');
define('DB_HOST', 'localhost');

Die hierfür benötigten Daten findest du im Admin-Panel deines Webhosters. Bitte beachte, dass du hier ein sicheres Passwort wählst und der Datenbank-Host auch mit den Einstellungen des Webhosters übereinstimmt. Wenn der Datenbank-Server auf dem gleichen Server läuft, wie der Fileserver, wird die richtige Einstellung „localhost“ sein. Es gibt aber auch Hoster, die einen anderen Host erfordern. Dreamhost verwendet hier beispielsweise „mysql.test.com“ und 1&1 setzt auf „db123456789“.

Serverumzug mit BackWPup

Deutlich einfacher geht ein Serverumzug. Sofern regelmäßige Backups erstellt werden, kann somit die Übertragung der Daten deutlich verkürzt werden. In dem gezippten Backup von BackWPup befinden sich nämlich sowohl alle Dateien, als auch ein aktuelles Backup der Datenbank. Bitte überprüfe aber, dass das Backup aber auch wirklich aktuell ist und nicht schon neue Inhalte in deine Installation eingepflegt wurden. Allerdings musst du bei der Änderung deiner Domain sowie der Anpassung der Dateipfade auf oben genannte Alternative zurückgreifen.

Fazit

Wenn man weiß, wie es geht, ist ein Serverumzug sicher einfach. Ich hoffe, ich konnte mit diesem Leitfaden einfach erklären, wie ein Serverumzug durchgeführt werden kann. Fragen beantworte ich natürlich wie immer gerne in den Kommentaren. Ich setze aber voraus, dass zumindest Grundkenntnisse im Bereich FTP, MySQL und WordPress bestehen.

  1. Cooler Artikel. Schön geschrieben und eine wirklich gute Grundlage.
    Werde ich gleich mal austestet und danach abarbeiten, damit die 1-Klick-Instaliererei ein Ende hat. 😉

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